Zweimal top, einmal Stopp – Przygonski und Gottschalk ziehen gemischtes Zwischenfazit bei der Rallye Marokko

Viel Licht aber auch ein wenig Schatten: Jakub „Kuba“ Przygonski und Timo Gottschalk blicken auf eine durchwachsene erste Hälfte der Rallye Marokko zurück. Das polnisch-brandenburgische Duo, das beim kleinen Wüstenklassiker im aktuellen „Dakar“-Siegerauto antritt, dem X-raid-Mini JCW Buggy, – ließ auf einen technisch bedingten Rückschlag starke sportliche Leistungen folgen, Top-3-Resultate inklusive. Nachdem ein

Qualifying Stage – Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media/MCH Photo

Halbwellenschaden am Hecktriebler-Buggy bereits am ersten Tag alles in allem rund viereinhalb Stunden Verlust bedeutete, zeigten Przygonski/Gottschalk am zweiten und dritten Tag ihren Klasse. Beweisstück A: Der dritte Tagesrang trotz schlechter Startposition, viel Staub und einem Reifenschaden am Sonntag. Beweisstück B: der zweite Tagesrang am Montag, errungen im Dreikampf mit dem dreimaligen „Dakar“-Sieger Nasser Al-Attiyah (QAT, Toyota Hilux) und Yazeed Al-Rahji (RSA, Toyota Hilix); auf herausfordernder Route mit steinigen Pisten, schnellen Pfaden und nur kurzen Dünenabschnitten – dafür allerdings mit kniffliger Navigation.

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Die Rallye Marokko, die insgesamt fünf Etappen rund um die Oasenstadt Zagora und eine Distanz von 2.656,61 Kilometern umfasst, geht am Dienstag und Mittwoch in die abschließenden zwei Etappen.

Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media/MCH Photo

Ideale Rallye-Dakar-Vorbereitung zwischen Erg Chebbi und Erg Chegaga

Südlich von dort, wo der Zusammenstoß von Afrikanischer und Eurasischer Erdplatte das Atlasgebirge und damit eine Klimabarriere bildet, die Marokko in einen atlantisch-mediterranen und einen von der Sahara geprägten Landesteil trennt, wird die Rallye Marokko ausgetragen. Hinter der Oasenstadt Zagora trocknet zudem der Flusslauf des Draa die längste Zeit des Jahres aus – ideales Marathon-Rallye-Gebiet zwischen den Ergs Chebbi und Chegaga. So sind die Etappen der 2021er-Variante des kleinen Wüstenklassikers sowohl von den Ausläufern des Faltengebirges als auch von nordwestlichen Ausläufern der größten Trockenwüste der Welt geprägt – jede Menge Sand, Dünen aber auch schnelle Schotterpisten inklusive.
Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media/MCH Photo

Jakub „Kuba“ Przygonski: Da haben wir bei schwierigen Bedingungen gezeigt, was Timo und ich können. Die zweite Prüfung war angesichts vieler Überholmanöver und dichtem Staub anstrengend für den Fahrer, die dritte mit vielen kniffligen Situationen auch für den Navigator. Wir haben den Tagessieg am Montag nur ganz knapp verpasst – unsere Leistung hat aber gestimmt. Natürlich zeigt der Halbwellenschaden am ersten Tag aber auch, dass Zuverlässigkeit im Marathon-Rallye-Sport dazu gehört.“

Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media/MCH Photo

Timo Gottschalk: „Die Rallye Marokko wird den Erwartungen mehr als gerecht. Die Routen sind anspruchsvoll, jede Menge Sand, aber auch schnelle Pisten und steinige Passagen. Die Tage zwei und drei haben wir genossen, den ersten nicht ganz so sehr: Leider hat ein Defekt an einer Antriebswelle enorm viel Zeit gekostet. Wir sind aber auch hier, um uns an unser neues, altes Team zu gewöhnen, an den Mini-Buggy und wollen nach der langen Pause wieder in den Rhythmus kommen. Ich denke, dass der knapp verpasste Tagessieg am Montag zeigt, dass es in die richtige Richtung geht.“

Informationen zur Rallye Marokko 2021

Zwischenstand  (nach 03 von 05 Etappen)
01. Nasser Al-Attiyah/Matthiew Baumel (QAT/FRA, Toyota), 10:21.19 Std.
02. Yazeed Al-Rahji/Michael Orr (RSA/GBR, Toyota), 10:34.19 Std.
03. Lucio Alvarez/Arman Monleon (ARG/ESP, Toyota), 11:06.32 Std.

Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER, Mini), 15:04.10 Std.

Tagessiege  (nach 03 von 05 Etappen)
Etappe 01: Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota)
Etappe 02: Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota)
Etappe 03: Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota)

Distanzen  (nach 03 von 05 Etappen)
Prüfungskilometer: 974,71 von 1.633,33 km
Verbindungsetappen: 690,88 von 1.023,28 km
Gesamtkilometer: 1.665,59 von 2.656,61 km

Quelle: Gerdes Media