Zahlen & Fakten zum Bahrain Grand Prix

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Der Bahrain International Circuit liegt mitten in der Wüste auf einer ehemaligen Kamelfarm und ist von 1.120 Palmen umgeben. Die Strecke mag in der Wüste liegen, aber der Sand stellt für die Teams und Autos kein großes Problem dar, da die Streckenoberfläche sehr schnell sauber gefahren wird.

Der Große Preis von Bahrain ist ein Dämmerungsrennen, das bei Sonnenuntergang beginnt und in der Nacht endet. Das zweite Training und das Qualifying finden ebenfalls am Abend statt, wenn 495 Lichtmasten die Strecke beleuchten.
Trotz des neuen Formats für die F1-Rennwochenenden finden das erste und dritte Training in Bahrain noch immer bei Tageslicht statt. Aus diesem Grund besitzen sie nur einen sehr begrenzten Wert mit Blick auf die Abstimmung der Fahrzeugbalance und Setuparbeiten für das Qualifying und Rennen, die beide bei Nacht ausgetragen werden. Dennoch können sich die Trainings als nützlich für Tests mit neuen Teilen oder das Verständnis der Reifen erweisen. Das zweite Training ist eine entscheidende Session für alle Teams, da es die einzige Chance ist, das Auto bei ähnlichen Bedingungen wie im Qualifying und Rennen auszuprobieren.

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Grafik: Mercedes Motorsport

Bei der Abstimmung des Fahrzeugs konzentrieren sich die Teams auf die langsamen und mittelschnellen Kurven. Der Grund dafür ist, dass die schnellen Streckenabschnitte locker mit Vollgas durchfahren werden. In den langsamen Kurven kommt es jedoch entscheidend auf den mechanischen Grip an. Dadurch verschiebt sich der Fokus im Vergleich zu Strecken wie Silverstone, wo die Performance in schnellen Kurven entscheidend ist.

In Bahrain erleben wir oft höheren Reifenabbau, weil die Streckenoberfläche eine der rauesten der Saison ist. In diesem Jahr erwarten wir in Folge der technischen Veränderungen an den Autos sowie den neuen Reifen für die F1-Saison 2022 einen höheren Abbau als im Vorjahr. Die schwierigste Kurve der Strecke ist Turn 10. Sie besitzt einen langen Kurveneingang, der enger wird, am Scheitelpunkt abfällt und blind über eine Kuppe führt. Die Fahrer müssen bremsen, während sie die weite Linie durch Kurve 9 nehmen. Diese Faktoren führen zusammen dazu, dass der linke Vorderreifen leicht wird, was das Risiko eines Verbremsers erhöht.

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Bahrain ist eine harte Strecke für die Bremsen. Es gibt sieben Bremsvorgänge, von denen drei von unseren Ingenieuren als „hart“ eingestuft werden (was bedeutet, dass der Fahrer 0,4 Sekunden oder länger bremst, mit 4G oder mehr). Wie wir bei den Tests vor der Saison festgestellt haben, ist die Strecke in Bahrain auch holpriger geworden, und die Autos lassen sich nicht mehr so geschmeidig fahren, was das Bremsen zusätzlich erschwert. Die verschiedenen Veränderungen am Format des Rennwochenendes führen dazu, dass die Mechaniker weniger Zeit haben, an den Autos zu arbeiten. In Folge der früheren Sperrstunde bleibt den Ingenieuren zudem weniger Zeit, um ihre Arbeit zu verrichten. Daher wird mehr Wert darauf gelegt, mit einer guten Vorbereitung und Simulationsarbeit ins Wochenende zu starten.

Da der Schwerpunkt auf den Vorbereitungen vor dem Wochenende liegt, ist die Korrelation zwischen den Simulationswerkzeugen und der Zeit auf der Strecke von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Simulation das reale Auto angemessen wiedergibt. Allerdings ist der Abstand zwischen dem Test und dem Rennen viel geringer als sonst, was es schwieriger macht, die Erkenntnisse aus dem Test zu verstehen und in die Vorbereitungen vor dem Rennen einfließen zu lassen.

Das neue technische Reglement mit seinem drastisch veränderten Unterboden und Diffusor bedeutet, dass wir mehr Funken von der Unterseite der Autos fliegen sehen werden – was unter den Scheinwerfern in Bahrain spektakulär aussehen wird!
Aufgrund des neuen Reglements und der stark veränderten Autos für 2022 wird sich auch die Performance der Boliden in den Kurven verändern. Wir erwarten zum Beispiel, dass die Autos 2022 die Kurve 4 in Bahrain mit 115 km/h durchfahren werden, im Vergleich zu 135 km/h im letzten Jahr. Ebenso wird eine Hochgeschwindigkeitskurve wie Turn 12 jetzt mit 240 km/h durchfahren, im Vergleich zu 265 km/h.

Quelle: Mercedes Motorsport

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