Projekt: hoch eins – Przygonski und Gottschalk setzten bei der „Dakar“ auf Standfestigkeit, dosiertes Risiko

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Mit bewährtem Material und klarem Match-Plan: Jakub „Kuba“ Przygonski und Timo Gottschalk stellen sich der größten Herausforderung im Motorsport, einem wahren Mythos, und dem Rennsport-Großereignis im Januar: der Rallye Dakar. Nach Platz vier bei der 2021er-Ausgabe soll es bei idealem Verlauf 2022 in Saudi-Arabien um wenigstens einen Platz nach oben gehen: auf das Podium. Dabei könnten vom Neujahrstag bis 14. Januar Aufgabe und Herausforderung kaum größer sein. Gegner Nummer eins ist traditionsgemäß die Rallye selbst – mit mehr Sand und rund vier Fünfteln unbekanntem Terrain. Aber auch sportlich ist ein äußerst interessanter Kampf um die Spitzenpositionen garantiert.

Jakub „Kuba“ Przygonski (r.) und Timo Gottschalk (l.) (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media / MCH Photo

Neben dem X-raid-Mini-Buggy von Przygonski/Gottschalk – bewährte „Dakar“-Sieger-Technik aus dem Vorjahr – stehen auch alternativen Antriebskonzepte à la Audi am Start. Zudem werden die Karten auch dank einer neuen Fahrzeugkategorie neu gemischt: der Klasse „T1 plus“, in der Toyota und Prodrive antreten. In Sachen Fahrer-/Beifahrer-Duos liest sich die Starterliste obendrein wie das Who-is-who des Marathon-Rallye-Sports, der dank FIA-Weltmeisterstatus für das Jahr 2022 mit der „Dakar“ in das erste WM-Jahr startet: Rekordsieger Stéphane Peterhansel mit Edouard Boulanger (FRA/FRA, Audi), der dreimalige Champion Nasser Al-Attiyah mit Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota), Carlos Sainz/Lucas Cruz (ESP/ESP, Audi), Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ESP/ESP, Prodrive) oder Giniel de Villiers/Dennis Murphy (ZAF/ZAF, Toyota) – um einige der jüngsten Sieger zu nennen. Rallye-Rekordweltmeister Sébastien Loeb (FRA, Prodrive) oder Yazeed Al-Rahji (KSA, Toyota) gehören beispielhaft zum erweiterten Favoritenkreis, Mattias Ekström (SWE, Audi) zu den „jungen Wilden“ der „Dakar“.

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Zuverlässigkeit, dosiertes Risiko: der Match-Plan
Um im Weltklasse-Feld zu bestehen und das „Projekt: hoch eins“ mit Leben zu füllen, haben sich Jakub „Kuba“ Przygonski und Timo Gottschalk einen klaren Match-Plan zurechtgelegt: Sie wollen die bewährte „Dakar“-Technik, die sie im Siegerauto von 2021 vorfinden, möglichst clever nutzen. Schlüssel zum Erfolg soll dabei die Zuverlässigkeit des X-raid-Mini-Buggy sein, zu der zuletzt auch Erkenntnisse zu Laufzeiten einzelner Komponenten beigetragen haben. In der Kombination mit dosiertem Risiko möchte das polnisch-brandenburgische Duo so den Druck auf die Spitzenteams hochhalten, um stets in Schlagdistanz zu den Spitzenpositionen zu bleiben.
Vier Füntel neu, Sand im Überfluss: die Route
Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media / MCH Photo

Zwischen 80 und 85 Prozent unbekanntes Terrain, dazu körniger Untergrund in allen Schattierungen und Darreichungsformen: Sand prägt die Rallye Dakar 2022. Sandige Pisten und Dünen-Surfen für die Fahrer, knifflige Abzweige von zig Pfaden und striktes Navigieren nach Kompass für die Beifahrer. Dabei quert die „Dakar“ den Norden, den Osten, den Süden und den Westen Saudi-Arabiens – mit Start und Ziel in Dschidda, dem zeremoniellen Start in Ha’il und dem einzigen Ruhetag in Riad.

 Etappen 01–03 – der Norden  Den Auftakt bildet am Neujahrstag die sogenannte Qualifying-Stage über 19 Kilometer. Die Top Zehn dürfen dann für die erste „echte“ Etappe einen Tag später in umgekehrter Reihenfolge ihre Startposition wählen – ein Verfahren, das seinerzeit bereits in der Rallye-WM praktiziert wurde. Aber schon die erste Prüfung am Folgetag in einer Schleife um Ha’il hat es in sich: Sandpisten bilden den Untergrund, die Berge im Norden Saudi-Arabiens das Panorama und eine knifflige Navigation die ersten Konzentrationsübungen für die Beifahrer. In Richtung Al Artawiyah stehen die ersten Dünenketten auf der Agenda, die man mit Vorsicht genießen sollte – denn diese Prüfung bildet den ersten Teil einer Marathon-Etappe, auf der ein abendlicher Service nur durch die Teilnehmer selbst erlaubt ist. Deren zweiter Teil gen Al Qaisumah bietet im Schlussabschnitt Tempobolzerei, allerdings kombiniert mit einer komplizierten Wegsuche.

Jakub „Kuba“ Przygonski/Timo Gottschalk (POL/GER), Mini JCW Buggy. Foto: Gerdes Media / MCH Photo

 Etappen 04–06 – der Osten  Auf dem Weg in Richtung Riad, Hauptstadt Saudi-Arabiens und später Ort des einzigen Ruhetags, bietet die längste Prüfung der Rallye ein abwechslungsreiches Programm. 200 Kilometer schnelle Pisten, im Mittelteil Dünenquerungen und Schotter und steinige Passagen zum Abschluss. Auch am folgenden Tag steht Materialschonung an, etwa bei den Reifen: In der ersten von zwei Schleifen um Riad stehen dann erneut Schotterpisten und Trial-artiges Gelände an, auch wenn die Dünen erneut nicht fehlen dürfen. Eines der ungeschriebenen „Dakar“-Gesetze besagt, dass sich der Ruhetag traditionell hart erkämpft werden muss. Auf der zweiten Schleife um Riad sind dabei auch die Beifahrer besonders gefragt, aber auch die Fahrer: Ein Dünenmeer von 40 Kilometern Breite wartet.

 Etappen 07–10 – der Süden  Nach dem Ruhetag wird die neue körperliche und geistige „Frische“ der Teilnehmenden gen Dawadmi ebenfalls auf eine harte Probe gestellt: 100 Kilometer Dünen, eine endlose Folge von Ergs fordern fahrerisches und ein Pistenlabyrinth navigatorisches Können. Es folgt Richtung Wadi ad-Dawasir eine komplexe Route mit Sand und Dünen jeder Farb- und Geschmacksrichtung, ehe sich die Landschaft wandelt. Die Schleife um Wadi ad-Dawasir am neunten Tag führt durch die Berge im Süden Saudi-Arabiens, entlang von Canyons – mit weniger Sand, aber gleich bleibender Schwierigkeit für die Navigatoren. Etappe zehn auf dem Weg nach Bisha bietet atemberaubende Landschaften aber auch eine der womöglich schnellsten Sonderprüfungen der „Dakar“ 2022, immer wieder unterbrochen von herausfordernden Weggabelungen und Kreuzungen.

 Etappen 11–12 – der Westen  Eine abermalige Schleife, diesmal rund um Bisha, bildet noch einmal eine große technische Herausforderung für Fahrer, Beifahrer und Material. Rund die Hälfte wird von besonders weichen Dünen geprägt sein. Auf Sand geht es auch auf der abschließenden Etappe dahin, wenn die „Dakar“ ihre Tour durch Saudi-Arabien in Dschidda beendet, dort wo alles begonnen hatte. Am Roten Meer wartet dann das ersehnte Ziel-Podium auf die Teilnehmenden.

STIMMEN

Jakub „Kuba“ Przygonski: „Wir sind bereit für die Rallye Dakar 2022. Wir haben ein starkes, schnelles, leicht zu fahrendes Auto, haben uns gut vorbereitet. Das Minimalziel ist natürlich, möglichst das Ziel in Dschidda zu erreichen, und das in der kürzestmöglichen Zeit. Die Rallye Dakar ist die härteste Rallye der Welt. Um hier erfolgreich zu sein, ist ein Null-Fehler-Job und Fortune nötig – man braucht das richtige Material, einen perfekten Service, muss schnell und taktisch klug fahren. Und natürlich kommt der Navigation ein großer Stellenwert zu, das ist Timos Job. Und wenn alles zusammenkommt, können wir ein gutes Resultat feiern. Von Beginn an muss man entsprechend Druck machen, um stets bei den Top-Fahrern dabei zu sein.“

Timo Gottschalk„Die Rallye Dakar ist das Highlight der Saison, keine Frage. 2022 kommt dazu, dass sie den Auftakt zur Marathon-Rallye-Weltmeisterschaft bildet, die erstmals ausgetragen wird. Neben der Formel 1, der Rallye-WM, der Formel-E-WM, der Rallycross-WM und der Langstrecken-WM ist es also eine von nur sechs Weltmeisterschaftsprädikaten im Automobilrennsport. Es gibt deshalb auch einige Neuerungen, neue Fahrzeugklassen. Keiner weiß genau, wie die Kräfteverhältnisse sein werden. Aus diesem Grund haben wir uns für bewährtes Material entschieden – das Siegerauto der ‚Dakar‘ 2021. Wir haben uns bisher gut auf das Team und das Auto eingeschossen. Wir wissen, dass wir von Anfang an bei der Spitzengruppe sein müssen, um eine Chance auf ein Podiumsresulat zu haben. Ohne eine Portion Glück wird das aber nicht gehen. Wir bauen darauf, dass wir jeden Tag ohne Probleme durchkommen werden – und so hoffentlich ganz weit vorn zu sein.“

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Informationen
Rallye Dakar 2022

01.01.2022 Qualifikation Dschidda–Ha’il (19 km Prüfung, 834 km gesamt)
02.01.2022 Etappe 01 Ha’il–Ha’il (334 km Prüfung, 546 km gesamt)
03.01.2022 Etappe 02 Ha’il–Al Artawiyah (339 km Prüfung, 585 km gesamt)
04.01.2022 Etappe 03 Al Artawiyah–Al Qaisumah (368 km Prüfung, 554 km gesamt)
05.01.2022 Etappe 04 Al Qaisumah–Riad (465 km Prüfung, 707 km gesamt)
06.01.2022 Etappe 05 Riad–Riad (348 km Prüfung, 563 km gesamt)
07.01.2022 Etappe 06 Riad–Riad (421 km Prüfung, 635 km gesamt)
08.01.2022 Ruhetag
09.01.2022 Etappe 07 Riad–Dawadmi (401 km Prüfung, 700 km gesamt)
10.01.2022 Etappe 08 Dawadmi–Wadi ad-Dawasir (394 km Prüfung, 828 km gesamt)
11.01.2022 Etappe 09 Wadi ad-Dawasir–Wadi ad-Dawasir (287 km Prüfung, 490 km gesamt)
12.01.2022 Etappe 10 Wadi ad-Dawasir–Bisha (374 km Prüfung, 757 km gesamt)
13.01.2022 Etappe 11 Bisha–Bisha (345 km Prüfung, 500 km gesamt)
14.01.2022 Etappe 12 Bisha–Dschidda (163 km Prüfung, 676 km gesamt)

Prüfungskilometer: 4.258 km
Verbindungsetappen: 4.117 km
Gesamtkilometer: 8.375 kmm
Weitere Informationen

TV-Zeiten
Rallye Dakar 2022, erste Woche

01.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Qualifikation)
02.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 01)
03.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 02)
04.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 03)
05.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 04)
06.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 05)
07.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Etappe 06)
08.01.2022 EUROSPORT 1 21:00–22:00 (Zusammenfassung Ruhetag)

Quelle: Gerdes Media

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