Großer Preis von Österreich 2022: Zahlen & Fakten

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Die Formel 1 reist für den elften Saisonlauf 2022, den Großen Preis von Österreich, weiter nach Spielberg.

Was die Rundenzeit angeht, ist Spielberg derzeit die kürzeste Runde im Formel 1-Rennkalender. Der Rundenrekord steht aktuell bei 1:02.939 Minuten, gehalten von Valtteri Bottas aus dem Jahr 2020. Mit Blick auf die Streckenlänge ist der Red Bull Ring mit 4,138 km die fünftkürzeste Strecke im Kalender – Monaco, Zandvoort, Mexiko-Stadt und Interlagos sind noch kürzer. Beides zusammen führt zu einem der engsten Qualifyings des gesamten Jahres.

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Grafik: Mercedes Motorsport

Die kurze Streckenlänge und niedrigen Rundenzeiten bedeuten aber auch, dass die Fahrer sowohl in den Freien Trainings als auch dem Qualifying mehr Runs absolvieren können – sofern sie genügend Reifensätze dafür zur Verfügung haben.
Die Höhenlage ist bei der Kühlung des Motors in Österreich nicht so entscheidend wie zum Beispiel in Interlagos und Mexiko-Stadt. Stattdessen können die sehr kurze Runde und damit die fehlende Zeit, um alles wieder abzukühlen, für Probleme sorgen. Spielberg weist mit nur zehn Kurven die wenigsten aller 22 Formel 1-Strecken auf. Gleichzeitig werden die Kurven 2, 5 und 8 mit Vollgas durchfahren und gelten daher im eigentlichen Sinne des Wortes nicht als Kurven.

Die Strecke weist eine starke Neigung von einer Seite zur anderen auf, gute Beispiele dafür sind die Kurven 3 und 4. Hier fällt die Strecke in Richtung Scheitelpunkt ab, wenn das Auto über die Kuppe fährt, während es am Kurvenausgang beschleunigt. Dies führt dazu, dass sich ein Rad in der Luft befindet, was zu Problemen beim Bremsen, der Stabilität und der Traktion führen kann. Der Red Bull Ring ist eine sehr leistungshungrige Strecke, die einen guten mechanischen Grip bei niedrigen Geschwindigkeiten (Kurven 1, 3 und 4), aber auch eine sehr gute Leistung bei hohen Geschwindigkeiten (Kurven 6-7 und 9-10) erfordert. Die Folge ist ein Kompromiss bei der Abstimmung des Fahrzeugs und dem Finden des richtigen Abtriebs-Niveaus.

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In der schnellen Kurve 9, der vorletzten Kurve der Strecke, wirken 4,7g auf die Fahrer ein – der sechsthöchste Wert der bisherigen Saison. Der Höhenunterschied von 69 Metern zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt auf dem Red Bull Ring ist einer der größten der Saison, was angesichts der Lage der Strecke in den österreichischen Alpen nicht überrascht. Der tiefste Punkt befindet sich auf der Start-/Zielgeraden, und die Strecke erreicht ihren Höhepunkt in Kurve 3.
Die Strecke weist vor den Kurven 1, 3 und 4 drei sehr harte Bremsvorgänge in Folge auf. Da der Rest der Runde nicht sehr lang ist, können die Bremsen im restlichen Streckenteil nicht viel abkühlen, was den maximalen Druck und Verschleiß beeinflusst.

Aus diesem Grund müssen die Teams die Bremsen in Spielberg maximal kühlen. Das führt dazu, dass die Vorderreifen nicht besonders stark aufgeheizt werden. In Zusammenspiel mit der sehr kurzen Outlap bedeutet dies, dass die Reifen zum Beginn der Qualifying-Runde nicht optimal vorbereitet sind. Entsprechend setzen die Teams oft auf Vorbereitungsrunden, was im Q3 aber nicht bei zwei Runs funktioniert.

Der Red Bull Ring ist für seine aggressiven Kerbs bekannt und gilt als eine der härtesten Prüfungen für die Fahrzeugaufhängung. Das gilt ganz besonders für die Kerbs an den Kurvenausgängen in T1, T6 und T7. Diese sind aufgrund ihrer Frequenz (wie weit die höchsten und niedrigsten Punkte der Kerbs auseinanderliegen) und den hohen Geschwindigkeiten, mit denen sie überfahren werden, sehr kritisch für die Autos. Das Wetter in der Steiermark kann zu dieser Jahreszeit unvorhersehbar sein. Dies gilt sowohl für die Umgebungstemperaturen, die extrem heiß oder kalt ausfallen können, als auch mögliche Gewitter. Beim Großen Preis von Österreich muss man mit Blick auf das Wetter mit allem rechnen. In den vergangenen Jahren schwankten die Temperaturen am Renntag zwischen 16°C und 32°C.

Quelle: Mercedes Motorsport

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