Großer Preis von Großbritannien 2022: Zahlen & Fakten

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Die Formel 1 kehrt beim zehnten Saisonlauf 2022, dem Großen Preis von Großbritannien, nach Silverstone zurück.

Mit 5,891 km Streckenlänge ist der Silverstone Circuit die viertlängste Strecke im Formel 1-Rennkalender – nur Spa-Francorchamps (7,004 km), Baku (6,003 km) und Dschidda (6,174 km) sind noch länger. Der Traditionskurs in Silverstone ist sehr hart für die Reifen, ganz besonders den linken Vorderreifen, der in den Kurven 1, 8, 9, 10, 11, 12 und 15 stark belastet wird. Die Rennstrecke in Suzuka, die Anfang Oktober wieder in den Rennkalender zurückkehrt, verlangt den Reifen noch mehr ab, verteilt die Kräfte aber auf alle vier Reifen. Der Grund dafür ist, dass sie die einzige Strecke im Kalender ist, die die Form einer Acht aufweist. In Silverstone ist die Energiezufuhr stark auf die linken Reifen ausgerichtet.

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Grafik: Mercedes Motorsport

Durch die schnellen, flüssigen Kurven werden die Bremsen in Silverstone nicht sehr stark beansprucht. Aus diesem Grund neigen die Teams dazu, die Bremskühlung auf dieser Strecke weiter zu schließen, was hilfreich für die Aerodynamik ist. Das kann jedoch zu Problemen auf der Einführungsrunde sowie hinter dem Safety Car führen, wenn mit geringen Geschwindigkeiten gefahren wird. In der Vergangenheit haben wir hier schon Bremsen Feuer fangen sehen.
Maggotts, Becketts, Chapel: Der Silverstone Circuit weist einige der klangvollsten Kurvennamen in der Motorsport-Welt auf. Entsprechend ist es eine von nur drei Strecken, auf denen die Ingenieure die Kurven auch mit Namen und nicht mit Nummern bezeichnen. Die anderen beiden sind Spa-Francorchamps und Monaco.

Silverstone ist eine High-Speed-Strecke, auf der die Teams den Luftwiderstand bestmöglich verringern möchten. Aus diesem Grund werden wir ähnliche Flügeleinstellungen sehen wie in Baku und Montreal. In Silverstone erreichen die Autos normalerweise die höchste durchschnittliche Kurvengeschwindigkeit des Jahres – je nach Situation kann sich dies von Jahr zu Jahr ein bisschen verändern, dann liegt Silverstone gleichauf mit Suzuka. Die Bedingungen in Silverstone sind notorisch windig und die Windrichtung ändert sich auch relativ häufig. Das hat einen großen Einfluss auf die Fahrzeugbalance und kann das Verhalten des Autos komplett verändern, sodass die Fahrer gezwungen sind, ihren Fahrstil entsprechend mit Blick auf ihre Bremspunkte, Geschwindigkeit am Scheitelpunkt und die Beschleunigung anzupassen.

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Silverstone ist die einzige Strecke im Kalender, auf der die Fahrer bereits zwei Kurven durchfahren haben, bevor sie für Village (Kurve 3) zum ersten Mal auf die Bremse steigen müssen. Das ergibt einen Weg von 644 Metern von der Pole Position bis zur ersten Bremszone. Allerdings müssen die Fahrer am Rennstart mit vollen Tanks bereits nach 225 Metern lupfen, was einen Ziehharmonika-Effekt mit sich bringt. Das Startgerangel zieht sich in Silverstone oft bis Kurve 6 weiter und in manchen Fällen auch noch weiter bis zu Copse (T9), was weitaus länger als im Durchschnitt ist. In Silverstone fahren die Fahrer fast 81 % der Rundenlänge mit Vollgas, nach Australien und Saudi-Arabien der bislang dritthöchste Wert in dieser Saison.
Der berühmte Kurvenabschnitt von Maggotts, Becketts und Chapel wird im Quali-Modus voll gefahren, nur Kurve 13 erfordert aufgrund des engeren Kurvenwinkels etwas Bremsdruck, um Last auf die Vorderachse zu bringen und somit dem Einlenken in die Kurve zu helfen.

Das führt zu beeindruckenden Beschleunigungskräften, die in diesem Streckenabschnitt auf die Fahrer und Autos einwirken. Zuerst geht es durch eine 2g-Linkskurve, gefolgt von einer 5g-Rechtskurve, einer 5g-Linkskurve sowie einer 4g-Rechtskurve, zum Abschluss wartet noch eine 3g-Linkskurve auf die Piloten.

Die Fahrer erleben in Silverstone einige der höchsten seitlichen g-Kräfte der Saison, mit einem Maximum von 5,2g in Stowe (Kurve 15). Zur Veranschaulichung: Das durchschnittliche Gewicht eines menschlichen Kopfes mit Helm beträgt 7 kg, somit wird der Nacken des Fahrers an dieser Stelle mit einer Kraft von 35 kg von einer Seite zur anderen gezogen. Silverstone ist ein Heimrennen für das Team. Die Fabrik in Brackley liegt nur neun Meilen entfernt, die Heimat von Mercedes AMG High Performance Powertrains in Brixworth nur etwas mehr als 20 Meilen.

Die kann bei drohendem Regen von Vorteil sein, wenn der Race Support Room in Brackley (Wind aus SW) oder der Trackside Support Office in Brixworth (Wind aus NO) in der richtigen Windrichtung liegen und erfahrene Leute über die Regenintensität und deren Auswirkung auf die Reifenwahl warnen können.Obwohl England eher für milderes Klima bekannt ist, widersetzt sich das Silverstone-Wochenende dem Trend und ist mit Blick auf die Lufttemperatur regelmäßig unter den drei bis vier heißesten Rennen des Jahres.

Quelle: Mercedes Motorsport

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