Großer Preis von Belgien: Zahlen & Fakten

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Die Formel 1 meldet sich beim 14. Saisonlauf 2022, dem Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps, aus der Sommerpause zurück.
Mit 7,004 km ist Spa-Francorchamps die längste Strecke im aktuellen Formel 1-Rennkalender, gleichzeitig bedeutet dies mit 44 Umläufen die geringste Anzahl an Rennrunden in diesem Jahr.
Früher war Spa eine der größten Herausforderungen in Bezug auf die Motorleistung und die Zeit, die man mit Volllast fuhr, aber mit den neuen Regeln und Strecken ist Spa in der Liste etwas abgerutscht. Der Kurs bleibt in dieser Hinsicht aber immer noch in den Top-5. Trotz einiger langer, Vollgas-Passagen liegt Spa beim Kraftstoffverbrauch im Mittelfeld. Der meiste Kraftstoff wird durch ständiges ‚Stop and Go‘ verbraucht, weshalb Strecken wie Montreal und Monaco beim Kraftstoffverbrauch weiter vorne liegen als Spa und Monza. Die Reifenbelastung und der Reifenverschleiß gehören in Spa zu den höchsten der Saison, mit hohen Durchschnittswerten an allen vier Ecken des Autos.

Grafik: Mercedes Motorsport

Die lange Rundendistanz in Spa bringt einige einzigartige Herausforderungen mit sich. Wenn zum Beispiel ein Auto früh in der Runde beschädigt wird, geht mehr Zeit verloren, bis es wieder an die Box zurückkommt. Außerdem ist das Wetter sehr wechselhaft, sodass die Bedingungen von Kurve zu Kurve stark variieren können. Das bedeutet, dass die Runde länger dauert und man daher nicht so viele Runden in den Trainings- und Qualifying-Runs unterbringen kann, um verschiedene Setup-Konfigurationen zu testen.

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Vom Kurvenausgang in La Source bis zur Bremszone für Les Combes haben die Fahrer für rund 23 Sekunden (und 1.875 Meter) der Streckenführung den Fuß fest auf dem Gaspedal.
Aufgrund dieses Vollgas-Abschnitts ist der Ausgang von La Source von großer Bedeutung, da die Kurve auf die lange Gerade zur Eau Rouge und Raidillon führt.
Zwischen dem höchsten (Les Combes, Kurve 7) und dem niedrigsten Punkt (Stavelot, Kurve 15) der Strecke liegt ein Höhenunterschied von rund 100 Metern – der größte Höhenunterschied der Saison.
Bei der Anfahrt zur Eau Rouge, die bergab führt, und der Anfahrt zu Raidillon, die bergauf führt, erleben die Fahrer und Fahrzeuge eine Kompression, in der starke Kräfte auf sie einwirken. Sie fahren mit ziemlich genau Vmax (maximale Geschwindigkeit des Autos), fast so schnell wie es mit dem Auto maximal möglich ist, bevor sie durch diesen Abschnitt fahren. Das bedeutet, dass eine vertikale Kompression von 3 g vorliegt. In diesem Abschnitt wurde die Streckenoberfläche neu gestaltet und asphaltiert, was eine der größten Unebenheiten beseitigt und die Kräfte durch die Kompression etwas gemildert haben dürfte. Der Windschatten ist in Spa-Francorchamps aufgrund der langen Geraden sehr stark, das gilt insbesondere im Abschnitt nach Raidillon. In der ersten Runde ist er sogar noch stärker, weil die Verfolger von mehreren Autos Windschatten erhalten können. Das Fehlen des DRS in der ersten Runde verstärkt diesen Effekt noch. 80 % der Rundenlänge in Spa werden mit Vollgas zurückgelegt, einer der höchsten Prozentsätze aller Formel 1-Strecken im diesjährigen Rennkalender.

Der erste und der dritte Sektor in Spa bestehen aus langen Geraden und Vollgas-Abschnitten, aber der zweite Sektor ist kurvig. Das macht es schwierig, die richtige Balance und den richtigen Setup-Kompromiss zu finden, vor allem in Bezug auf die Flügeleinstellungen. Mit einem größeren Flügel gewinnt man im mittleren Sektor Zeit, ist aber auf den Geraden angreifbar, während ein kleinerer Flügel zwar weniger Luftwiderstand für die Vollgas-Passagen bietet, dafür aber in den Kurven nicht das gleiche Maß an Grip bietet. Dies ist ein ähnliches Dilemma wie in Baku.
Aufgrund der Geschichte der Strecke und der ikonischen Kurven ist dies einer der wenigen Kurse in der Formel 1, auf dem die Ingenieure die Kurven eher mit Namen als mit Nummern bezeichnen.

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Quelle: Mercedes Motorsport

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