Formel 1: Zahlen & Fakten zum USA Grand Prix

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Der Streckenverlauf des Circuit of the Americas wurde von einigen ikonischen Kurven inspiriert: Dazu gehören die Kurven 3-6 (Maggots und Becketts in Silverstone), die Kurven 12-15 (das Motodrom in Hockenheim) und die Kurven 16-18 (Kurve 8 in Istanbul).

Grafik: Mercedes Motorsport

Die Kurven 16-18 wurden von Kurve 8 in Istanbul inspiriert, aber wie fällt der Vergleich der beiden miteinander aus? Beide Passagen sind rund 570 Meter lang, in Austin dauert es aber ein bisschen länger, um sie zu durchfahren, weil die Geschwindigkeit am Kurveneingang niedriger ist. Dafür beschleunigen die Autos wenn sie die Kurve durchfahren, während die Geschwindigkeit in Kurve 8 im Kurvenverlauf gleich bleibt.
Auf dem COTA gibt es genau wie auf dem Baku City Circuit 20 Kurven – die viertmeisten aller F1-Strecken in dieser Saison. Diese teilen sich auf elf Links- und neun Rechtskurven auf.
Aufgrund der hohen Anzahl an Kurven und der Vielfalt der Kurvengeschwindigkeiten gibt es in Austin mit 56 Gangwechseln pro Runde sehr viele Schaltvorgänge – einer der Spitzenwerte in dieser Saison.
Der COTA ist einer von sieben Kursen in diesem Jahr, der entgegen dem Uhrzeigersinn befahren wird. Die weiteren sechs Strecken sind: Istanbul Park, Imola, Interlagos, Baku, Jeddah und Yas Marina.
Die Fahrer durchqueren den Abschnitt von Kurve 2 bis 7 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 250 km/h. Entsprechend ist Austin eine der sensibelsten Strecken mit Blick auf den Abtrieb. Der COTA sitzt demnach am oberen Ende des Downforce-Spektrums.

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Formel 1 – Mercedes-AMG Petronas Motorsport, Valtteri Bottas. Foto: Mercedes Motorsport

Dies führt dazu, dass die Fahrer die Kurven für mehr als 800 Meter mit über 250 km/h durchfahren – einer der längsten Abschnitte mit dieser Geschwindigkeit in diesem Jahr. In diesem Streckenabschnitt steigen die g-Kräfte, die auf den Fahrer und das Auto einwirken, mit jeder Kurve stetig an.
In der Bremszone für Kurve 12 werden beim Anbremsen mehr als 5G gemessen, einer der höchsten Werte der Saison. Das bedeutet: Wenn ein Fahrer 70 kg wiegt, wirkt beim Anbremsen eine Kraft von 350 kg auf ihn ein.
Der steile Anstieg zur ersten Kurve ist der größte Höhenunterschied für eine Kurve in dieser Saison. Innerhalb von gut 200 Metern geht es hier 30 Meter bergauf. Das entspricht der halben Höhe des schiefen Turmes von Pisa. Zum Vergleich: Der Aussichtsturm am COTA ist 77 Meter hoch.
Der Große Preis der USA hat bislang an zehn verschiedenen Austragungsorten stattgefunden – mehr als in jedem anderen Land.

Der COTA ist dafür bekannt, eine sehr wellige Streckenoberfläche zu besitzen. Der Grund dafür ist, dass sich der Boden absenkt und die Bodenwellen von Saison zu Saison stärker werden.
Da die Strecke einige lange Geraden besitzt, auf die kurze, scharfe, langsame Kurven folgen, bietet sie gute Überholmöglichkeiten. Zudem können die Fahrer in bestimmten Kurven unterschiedliche Linien wählen, um auf die gleiche Rundenzeit zu kommen. Dadurch ergeben sich Möglichkeiten, um aus den Verwirbelungen der Vorausfahrenden auszuscheren, ihnen aber dennoch nah genug zu folgen, um auf der Geraden Windschatten zu erhalten.

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Ein gutes Beispiel für eine Kurve mit mehreren Linien ist Turn 15 mit seinem breiten Kurveneingang und engen Kurvenausgang. Das gibt den Fahrern die Gelegenheit für ein Überholmanöver oder die Chance, ein solches für den weiteren Verlauf der Runde vorzubereiten. Die Kurve besitzt zudem eine „kombinierte“ Bremszone – in der die Fahrer gleichzeitig einlenken und bremsen -, was zu Verbremsern führen kann, wenn die Piloten zu sehr ans Limit der Reifen gehen.